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Die Bäckereien der Vordereifel – Teil II

24.08.2018 - Die Bäckereien der Vordereifel – Teil II

Bäckerei Klein Kirchwald – Bernd Klein, ein Mann der Backkunst und Technik

 

„Ihr Bäcker vor Ort“, so stellte sich der Bäckermeister Bernd Klein, der auch liebevoll den Spitznamen „Brötchen“ trägt, vor. Damit bringt der Bäcker zum Ausdruck, dass er nicht nur der Bäcker VOR ORT allein in Kirchwald ist, sondern seinen Schwerpunkt auf die Auslieferung der Backwaren in viele Orte der Region, mitunter nach Langenfeld, Arft, Siebenbach, Acht, Kottenheim, Ettringen, St. Johann, Welschenbach, Baar, Herresbach, Döttingen und auch weitere Orte außerhalb der Verbandsgemeinde, legt. „Die Tourenfahrten machen sehr viel Spaß, da man hier einen sehr intensiven Kontakt zu den Kunden pflegt“, so Susanne Klein, die Frau des Bäckermeisters, die selbstverständlich im Familienbetrieb mit anpackt. „Der Umgang ist so intensiv, dass wir uns auch mit unseren Kunden zusammen über schöne Anlässe freuen, aber auch mit ihnen leiden, wenn ihnen das Schicksal einen Schlag gegeben hat. Man muss bedenken, dass wir oft neben den Sozialstationen und dem Postboten, der einzige Kontakt nach Außen sind.“ Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde ist sehr angetan von einem solchen Geschäftsbild und ist stolz darauf, dass die Bäckerei Klein auch über das rein Geschäftliche hinaus einen Beitrag zu dem gesellschaftlichen Zusammenleben in der Vordereifel leistet. Bäckermeister Bernd Klein fand zu diesem Thema folgende tolle Worte, welche sehr zum Nachdenken anregen und auch hoffentlich appellierend auf die Gesellschaft und auf das heutige Einkaufsverhalten wirken: „Wir alle werden einmal alt und höchstwahrscheinlich nicht mehr mobil sein.“

In der Bäckerei Klein hat ganz traditionell der Mann das Sagen. Dies bezieht allerdings nur auf das „Handwerkliche“ in der Backstube (und Werkstatt). Im Verkaufsladen, bei den Tourenfahrten und auch im Büro hat hingegen Susanne Klein das Zepter in der Hand. In diesem Familienbetrieb herrscht eine klare Rollenverteilung.

Vor 91 Jahren – im Jahr 1927 - wurde das Unternehmen von Susanna Klein im Rahmen eines Lebensmittelgeschäftes – damals noch in der Töpferstraße - gegründet. Ihr Sohn Fritz führte nach abgeschlossener Bäckerlehre den Betrieb mit seiner Frau Cäcilie Klein weiter. Da Fritz durch einen Luftangriff in Mayen während der Beantragung einer Verlängerung des Heimaturlaubes bei dem Amtsgericht ums Leben kam, führte Cäcilie den Betrieb alleine fort. Neben dem Betrieb der Bäckerei bzw. des Lebensmittelladens, der Landwirtschaft und Mutter von drei Kindern, absolvierte Cäcilie „nebenbei“ auch noch die Meisterprüfung. In den 50iger Jahren stieg Sohn Eduard Klein in den elterlichen Betrieb mit ein und übernahm mitunter mit dem Fahrrad die Auslieferung der Backwaren nach Langenfeld. Von einem Lottogewinn kaufte er sich einen VW-Bus, mit dem er sodann Liefertouren nach Langenfeld, Langscheid, Arft und Hohenleimbach absolvierte und den Betrieb als Meister übernahm. Mutter und Sohn arbeiten zusammen im Betrieb. Anfang der 70iger Jahre wurde das heutige Wohn- und Geschäftshaus in der Schulstraße erbaut. In den 80iger Jahren wurde eine neue Backstube hinter dem Wohnhaus errichtet. Bernd Klein übernahm nach bestandener Meisterprüfung 1992 die Bäckerei in der 4. Generation. Bis zu dem plötzlichen Tod von Eduard Klein und Mutter Cäcilie im Jahre 2001 arbeiteten drei Generationen zusammen in der Bäckerei Klein. Ab da an war Bäckermeister Bernd nun unerwartet auf sich alleine gestellt. Nach kurzfristigen verschiedenen Veränderungen im Betrieb u.a. den Öffnungszeiten des Ladengeschäftes und Einstellung neuer Mitarbeiter, legt die Bäckerei Klein – wie bereits zu Beginn schon erwähnt - ihr Hauptaugenmerk auf die Nahversorgung mit ihren zwei Verkaufswagen.

 

Die Bäckerei Klein beschäftigt mittlerweile 5 Angestellte und bietet in der Regel 11 verschiedene Sorten Brot und 12-14 verschiedene Sorten Brötchen an. Auch eine breit gefächerte Auswahl an Teilchen und Kuchen und sonstigen Leckereien befinden sich im Sortiment. Besonders hervorzuheben sind hier das Backhausbrot (Mischbrot), das Wacholderbrot (Roggen, Dinkel, Malz), die Puddingschnecke und die Walnussrolle, die es einzig und allein nur in der Bäckerei Klein zu finden gibt. „Am liebsten backe ich große Mengen an Brot und ganz besonders der gedeckte Apfelkuchen nach der Rezeptur meiner Oma“, so der Bäckermeister auf Nachfrage. 

Da der Betriebsbesuch während der laufenden Produktion stattfand, wurde kurzerhand Bürgermeister Alfred Schomisch verpflichtet, bei der Herstellung frischer Brötchen dem Bäckermeister und seinem Lehrling unterstützend zur Hand zu gehen.

Während der Besichtigung der Backstube geht hervor, dass Bernd Klein ganz besonders stolz auf seine maschinelle Brotstraße ist, welche aber bedingt durch die natürlichen Qualitätsschwankungen des Mehls ab und an zu kämpfen hat. Der Bäcker führt aus, dass er seine Teige ständig den Gegebenheiten anpassen muss, da der Kunde ja verständlicherweise immer dieselbe Qualität erwartet. An dieser Stelle sei auch betont, dass auch die Bäckerei Klein höchsten Wert auf biologische und regionale Herkunft der Rohstoffe legt.

 

Das Bernd Klein so beherzt auf seine Brotstraße ist, erschließt sich der Wirtschaftsförderin Anna Jütte und dem Bürgermeister Alfred Schomisch kurze Zeit später. Der eigentliche Bäckermeister hat nämlich auch ein wirkliches Händchen fürs Technische. Vor allem alte Mofas und Motorräder haben es ihm (und auch mittlerweile seinen Söhnen), angetan. Voller Freude präsentiert er den Betriebsbesuchern seine Schätze. Er besitzt sogar noch sein erstes Kleinkraftrad (Mofa) – eine Zündapp Hai 25. Im Jahre 2010 hat er sein Hobby zusätzlich zum Beruf gemacht und einen KFZ-Einzelhandel mit Maschinenpflege und Wartung (auch bei Autos) im Nebengewerbe angemeldet. Selbst die Bäckerfahrzeuge hat er eigenständig auf den neuesten Stand der Technik umgerüstet. Bernd Klein, ein Mann der Backkunst und der Technik.

Zum Abschluss der Betriebsbesichtigung wurde sich von der Qualität der zuvor mithilfe des Bürgermeisters hergestellten Brötchen, überzeugt. „Diese Brötchen schmecken phantastisch und sind einfach richtig knusprig. Man schmeckt einen bemerkenswerten Unterschied zu den üblichen Supermarkt-Backwaren“, so der Bürgermeister.


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